Angst vor Veränderung entsteht jedes Mal, wenn wir einen Schritt auf neue Möglichkeiten zugehen — und sofort entsteht Angst.
Jedes Mal, wenn ein Mensch einen Sprung wagt, um neue Möglichkeiten zu gewinnen, folgt sofort Angst... und dann kann ihn das Gefühl besuchen: „Will ich wirklich so weit gehen?“
Kopernikus mit seiner neuen Theorie, dass die Erde um die Sonne kreist, oder Karl Marx mit einem radikal neuen Ansatz der Ökonomie — der Zusammenbruch alter Grundlagen führt zu Erschütterungen, die den Charakter einer Katastrophe annehmen.
Und was ist mit Veränderungen im Inneren des Menschen? Es ist dasselbe: Wenn alte Grundlagen zusammenbrechen, erleben wir im Übergang in ein „neues Leben“ Angst. Viele Menschen erkennen ihre Möglichkeiten nie, bleiben im Kokon des Vertrauten, denn ihre Absichten, ihr Leben zu verändern, werden von dieser Angst blockiert, noch bevor sie die Ebene des Bewusstseins erreichen.
Wir können Angst nur vermeiden, wenn wir diese Reise nicht antreten — mit anderen Worten, indem wir unserer eigenen Freiheit entsagen.
In unserer Gesellschaft sind die häufigsten Wege, die mit Freiheit verbundene Angst zu verleugnen, Alkohol und Drogen... Doch das ist ein nutzloses Unterfangen: Am nächsten Tag wächst die Angst.
Ein anderer Weg sind die Abwehrmechanismen der Psyche, die im Dienst der Aufrechterhaltung des psychischen Gleichgewichts stehen. Durch Projektionen, Hyperpolarisation und vergangene, verfestigte Muster, die auf unserer Erfahrung beruhen, erschaffen wir Dogmen und heften Etiketten an, damit in diesem brüchigen Häuschen des bewussten Lebens ein sorgloses Dasein weitergeht.
Ein solcher Dogmatismus ermöglicht tatsächlich, Angst zu vermeiden, doch dafür folgt mit Sicherheit die Strafe. In diesem Fall baut der Mensch um sich und seine Ideen ein Gefängnis; er blockiert die Angst und schneidet damit sowohl seine Möglichkeiten (zu einem erfüllteren Leben) als auch seine eigene Manövrierfähigkeit ab. Er schafft es, Angst zu vermeiden, doch ein solcher Mensch wird zum Gefangenen in einem von ihm selbst geschaffenen Gefängnis. Und das ist per definitionem nichts anderes als der Verlust der Freiheit.
Und der einzige Weg ist Befreiung von Dogmen, die den Horizont unserer Vorstellungen erweitert und hilft, nach größeren Möglichkeiten Ausschau zu halten. Freiheit bedeutet, dass wir die verschiedensten Wahrheiten sehen können: einige kommen zu uns aus dem Westen, andere aus dem Osten, manche aus dem Bereich der Technologie, andere verbunden mit Intuition...
Wir können neue Formen suchen, neue Wege des Miteinanders, neue Lebensstile.
💫 Prinzip: gefährlich leben (Nietzsche). Freiheit ist untrennbar von Angst, die als Gefahr empfunden wird.
🚩 Leitmotiv:
Ja, wir fürchten uns — Angst und Solipsismus, doch trotz der Welt steigen wir im Trubel auf.
Du sollst verstehen: Ich bin ein Hybrid, ich bin so und so aufgewachsen.
Von der Welt der Partys — auf der Dumskaja,
Bis zur Welt der Bücher — in Daurski.
