Fünf Silhouetten helfen einander bei Sonnenuntergang einen felsigen Hang hinauf

Gegenseitige Hilfe als Grundlage gemeinsamer Bewegung und Entwicklung.

Gegenseitige Hilfe als Faktor der Evolution

04. November 2017

Gegenseitige Hilfe als Faktor der Evolution betrachtet den Menschen als ein zutiefst soziales Wesen. Marx, Goethe und Fromm zeigen, wie Menschlichkeit, Selbsterkenntnis und Reife in der Beziehung zu anderen entstehen. Warum ist die Verbundenheit mit anderen eine Grundlage menschlicher Entwicklung? ⚜️

Kategorie
⚜️ Humanistische Prinzipien

Gegenseitige Hilfe als Faktor der Evolution

Für Marx ist der Mensch von Grund auf ein soziales Wesen. Er braucht andere Menschen nicht deshalb, weil sie Mittel zur Erfüllung seiner Wünsche wären, sondern schlicht deshalb, weil der Mensch ein Mensch ist. Seine volle Menschlichkeit erreicht er erst in der Verbundenheit mit anderen. Goethe schrieb: »Der Mensch kennt sich selbst nur, soweit er die Welt kennt. Er wird sich der Welt nur in sich selbst bewusst und seiner selbst nur in der Welt.«
Erich Fromm formulierte es so: »Ein vollständig entwickelter und daher gesunder Mensch ist ein produktiver Mensch – ein Mensch, der sich aufrichtig für die Welt interessiert und auf sie antwortet« (E. Fromm, Jenseits der Illusionen, S. 85–88).

Quellen

  • Erich Fromm — Jenseits der Illusionen. Mein Zusammentreffen mit Marx und Freud, S. 85–88 — Quelle der oben angeführten Gedanken von Marx, Goethe und Fromm.
  • Der Titel des Beitrags spielt auf Peter Kropotkins Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt (1902) an; das Buch ist nicht die Quelle der zitierten Passage.
FAQ

Fragen zum Artikel

01Warum ist die Verbundenheit mit anderen für die menschliche Entwicklung wesentlich?

Menschen werden nicht in Isolation, sondern in der Verbundenheit mit anderen ganz menschlich: Beziehungen sind nicht bloß Mittel zur Bedürfnisbefriedigung, sondern ermöglichen Selbsterkenntnis, Welterkenntnis und eine produktive Antwort auf die Welt.

02Wie hängen Selbsterkenntnis und Welterkenntnis zusammen?

In dem von Goethe zitierten Gedanken erkennt der Mensch sich selbst durch die Welt und die Welt durch die innere Erfahrung; beides ist nicht voneinander zu trennen.

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