Die Erkenntnis von Gut und Böse
Menschlich, zu menschlich. 🍏
Schlange: 👹 Wenn ihr von dieser Frucht esst, werden eure Augen aufgerissen, und ihr werdet erkennen; ihr werdet wie Gott sein, wissend von Gut und Böse.
Eva: 👩 Wie kann ich wissen, was ich fürchten soll, wenn ich weder Böses noch Gutes kenne, aber diese Frucht wird mir Weisheit geben. Was hindert mich daran, sie zu nehmen? Sie beginnt zu essen...
Adam: 👨 Ja! Ich beschließe, mit dir zu sterben! Wie soll ich ohne dich leben? Allein zu leben, ohne Ziel, ohne Liebe, in den Wäldern von Eden, das ist der Tod. Aber der Tod mit dir wird für mich Leben sein!
Ergebnis: 🏁 Die Unschuld, die ihnen als Schleier diente und das Wissen um das Böse verbarg, ist verschwunden! Ja, unsere Augen sind geöffnet, wir haben Gut und Böse erkannt! Leidenschaften, Hass und Zorn, Zweifel, Misstrauen, Uneinigkeit sind erwacht und haben uns bis ins Innerste erschüttert... Sie setzen sich nebeneinander und beginnen zu weinen! DAS PARADIES IST VERLOREN. DIE FRUCHT DER ERKENNTNIS IST TRAURIG.
Erich Fromm: 💯 Die Verletzung des Verbots (der Sündenfall) ist der erste Akt der Wahl, ein Akt der Freiheit – ohne die keine Entwicklung möglich ist! Jetzt kann man nur noch vorwärts gehen.
Quellen
- John Milton, Das verlorene Paradies, Buch IX: Quelle der Worte der Schlange, Evas und Adams sowie der Schilderung der Folgen des Sündenfalls.
- Der Schlussgedanke paraphrasiert Erich Fromms Essay „Der Ungehorsam als psychologisches und moralisches Problem“ (1963), später aufgenommen in Über den Ungehorsam und andere Essays.